Hier schreibt Rolf Nothelle seinen Gastbeitrag über die Entstehung von Nothelle-Motorsport.
1969, eine kleine Zeitreise.
- Vor 40 Jahren sah die Automobile Welt noch ganz anders aus.
- Der NSU RO80 hatte automobile Maßstäbe gesetzt, die kleine Firma NSU hat den modernen K70 Produktionsreif gehabt.
- VW mit den überalterten Heckmotorfahrzeugen hatte großen Handlungsbedarf.
- Wie vom NSU Vorstand lanciert, übernahm VW kurzerhand NSU und der NSU K70 wurde zum VW K70.
- Damit waren die Weichen für VW, weg von der Monokultur Heckwagen, zum fortschrittlichen Frontantrieb gestellt.
- Aus dem Marken NSU und Audi wurde die AUDI-NSU AG und später die Audi AG.
- Viele hervorragende ehemalige NSU Ingenieure waren am Erfolg der späteren VW und Audi Entwicklungen maßgeblich beteiligt.
Der Start von Nothelle Motorsport.
Als junger Bursche mit dem Motorbazillus im Blut, habe ich Dieter Mantzel auf dem Nürburgring bewundert, wenn der beim 6 Std. Rennen nach der ersten Runde mit dem DKW Junior ( 3 Zyl. 2 Takt Motor mit 850ccm, ? Frontantrieb ), als Gesamt-Führender aus der 1. Runde kam, vor Mercedes 300SE, Jaguar E-Type, Porsche, Alfa und viele andere. Dann gab leider der überstark getunte Motor den Geist auf.
Aber es war beindruckend. Was für herrliche Zeiten.
Da ist der Funke übergesprungen, dass will ich auch machen, habe ich mir gesagt.
Ein NSU-TT, wurde 1969 gekauft und von Edgar Dennert und mir aufgebaut und in der Deutschen Rundstrecken-Meisterschaft für Tourenwagen eingesetzt.
Der erste Mitarbeiter Edgar Dennert und und ich waren praktischer Weise auch die Fahrer.
Das erste Jahr musste als Lehrjahr gelten. Die Motorleistung verdiente nicht den Namen Rennmotor, da waren wir weit entfernt.
Man muss sich in die damalige Zeit versetzen, Siegfried Spiess war der führende und mehr oder weniger auch alleinige NSU-Tuner. Bei Siegfried Spiess hätte ich einen Rennmotor kaufen können.
Diese Überlegung stand nicht zur Debatte, ich wollte aus eigener Leistung erfolgreich werden.
Durch Zufall habe ich erfahren, dass sich der Nockenwellen-Spezialist Dr. Peter Schrick, der bisher in der TU-Braunschweig tätig war, sich in Remscheid selbstständig gemacht hat. Der Name Dr. Schrick war mir ein Begriff. 1966 habe ich mit dem BMW 700Coupe ein paar Rundstrecken gefahren. Da ist Herr Spelsberg mit dem sogenannten Spelsberg-Motor gefahren, dieser Motor war allen anderen weit überlegen. Für diesen Motor hat Dr. Schrick die Nockenwelle entwickelt. Das habe ich nicht vergessen.
So besuchte ich Herrn Dr. Schrick und wurde einer der ersten Kunden.
Dr. Schrick entwickelte exklusive für Nothelle NSU-TT - TTS Renn-Nockenwellen in zwei unterschiedlichen Ausführungen.
Eine Nockenwelle 304°, für getunte Straßenfahrzeuge und Slalom Fahrzeuge, die stärker war als die TTS Nockenwelle. Für den Rennsport die 328° Renn-Nockenwelle.
Der erste Rennmotor wurde über den Winter aufgebaut und auf dem Prüfstand von Dr. Schrick abgestimmt und gemessen. Ergebnis der 1240ccm Motor für den NSU-TT hatte 98PS.
Die ersten Erfolge für das junge Nothelle-Motorsport Team.
Auf Anhieb war Edgar Dennert mit dem NSU-TT, so schnell wie die Zakspeed-Escort im Ford-Werksauftrag.
Durch die Zusammenarbeit mit Dr. Schrick konnte Nothelle-Tuning sehr schnell technisches Know how für Renn Motorentechnik erwerben.
Heinz Tubbesing wurde auf den gut gehenden Nothelle-TT aufmerksam und schnell war man sich einig. Heinz Tubbesing wurde der Nothelle Werks-Fahrer auf dem NSU-TTS - TT.
Ab der nächsten Saison wurden die Rennfahrzeuge von Nothelle-Motorsport in Leuchtrot lackiert, ein Markenzeichen war geboren.
Die ersten Siege waren der Lohn.

Das Risiko der zwei Nockenwellen-Entwicklungen hat sich sehr schnell gerechnet, Nothelle-Motorsport hat im laufe der Zeit eine große Zahl an Nockenwellen verkauft und die Zusammenarbeit mit der Fa. Dr. Schrick entwickelte sich bis Ende der 80er Jahre sehr gut. ( Exclusive Entwicklung von Nockenwellen für Audi-50, Audi-80, Golf-1, Golf-GTI, ).
Das Nothelle Tuning für Straßenfahrzeuge lief prächtig, das war die finanzielle Basis für die Motorsport Aktivitäten. Ein erster Katalog in Farbe wurde aufgelegt. Zur Versteifung des Kurbelgehäuses wurde eine Aluminium Oelwanne entwickelt. Bis dahin, war es üblich die Serien Fahrwerksfedern zu kürzen. Nothelle-Tuning hat Federn für die verschiedenen Verwendungszwecke mit entsprechend angepassten Federraten fertigen lassen und an seine Kunden geliefert. Das war zu dieser Zeit Hightech.
Stillstand ist Rückstand, 1 Jahr später ließ ich eine weitere Entwicklung von Dr. Schrick machen, das wurde die berühmte 328° Nockenwelle mit mehr Ventilhub und größeren Lagerstellen.
Die Motorentechnik und die Motorsport Erfahrung entwickelten sich mit dem eigenen Motoren-Prüfstand und viel Kreativität schnell und stetig.
Auf der Rennstrecke und im Slalom-Sport gehörten die Nothelle TT - TTS nun zur absoluten Spitze und Fahrer mit Nothelle Technik holten viele Siege.
Der von mir entwickelte NSU-TTS Motor für die Saison 1973-74 mit 1.000ccm erreichte 109PS, verbunden mit einem sagenhaften Drehmoment, dieser Motor stellte in der Klasse dann den absoluten Maßstab. Das Ziel aus eigener Leistung einen Renn-Motor für Rennsiege zu entwickeln und für Kunden anzubieten war erreicht.
Bild links. Ein Gesamtsieg wurde auch erreicht, in Zolder 1973 ?, wurden die großen und kleinen Klassen zusammen
gelegt. Es regnete und Heinz Tubbesing ist mal wieder über sich hinaus gewachsen und hat den leuchtroten Nothelle TT mit großem Vorsprung gegen 3Ltr. Renntourenwagen zum Gesamtsieg geführt.
So schließt sich der Kreis zu dem Erlebnis mit Dieter Mantzel. Ziel erreicht.
In drei Jahren war das Nothelle Team vom Nobody zum anerkannten Spitzen-Team gewachsen.
Der Zweikampf zwischen Wolfgang Wolf (Spiess-Tuning) und Heinz Tubbesing war immer ein Höhepunkt des Renntages.
Neue Ziele. Das Nothelle Motorsport-Team war nun ein selbstbewusstes gereiftes Team und entwickelte im Winter 1974-75 den neuen Nothelle-A50 1.1 Ltr. Gr.2.
Damit war der Übergang vom Heckmotor NSU, der nicht mehr produziert wurde, in eine neue Zukunft mit den modernen Frontantriebs-Fahrzeugen bis zum Audi Urquattro Antrieb vollzogen.

Für den VW-Motorsport mit Golf-1, Golf-GTI, Scirocco1, Golf2, Golf III.

Im Menü Historie - unter Golf-1, 1.6Ltr. Gr.2 finden Sie einen interessanten Beitrag zum ersten Renn-Golf.
Ein Beitrag zum Golf-Cup folgt.
Das Michel Team aus Simmern und Rolf Kramer aus Oberhausen, setzte den Golf-GTI behertzt in der Deutschen Rallye-Meisterschaft ein.
Für den Golf-GTI rüstete das Nothelle-Team viele sehr gute Fahrer und Teams mit der Technik und Unterstützung aus. Belohnt wurde das Engagement mit dem Gewinn mehrerer Landesmeisterschaften.
Für den Audi-Motorsport, mit A50, A80 bis zum Nothelle-Kamei-Coupe und Audi UrQuattro.
Mit dem Nothelle-A80 Typ 82, 1.6Ltr. Gr.2 hat das Nothelle-Team bewiesen, dass man auch Sicirocco1 besiegen kann.

Bild links. Der 2.0Ltr. 5 Zyl. mit eigenem Flachschieber, Bosch ( Kugel-Fischer ) Hochdruck-Einspritzpumpe.
Im Menü Historie - Nothelle-A50 und Nothelle-Kamei-Coupe finden Sie weitere interessante Beiträge zum Motorsport.
Karl Heinz Köpke hat mich Ende 1983 angesprochen, ob man zusammen einen Porsche 924Turbo entwickeln und einsetzen könnte. Das Projekt nahm schnell Gestalt an und wurde mit dem Gewinn der Meisterschaft belohnt.
Karl Heinz Kuhlendahl baute selber mit viel Engagement und Hilfe von Rolf Nothelle seinen Urquttro Gr.1 für den Nürburgring Langstrecken-Pokal auf.
In der Hoffnung Sie hatten Spaß beim lesen und konnten manchmal über die alten Zeiten schmunzeln.
Mit sportlichen Grüßen Rolf Nothelle

